Gut besucht war am ersten Adventssamstag die Eröffnung der Krippensaison der Krippenfreunde in der Herzogenauracher Stadtpfarrkirche und in der Krypta der Marienkapelle.

Den geistlichen Part hatten Stadtpfarrer Helmut Hetzel und Pfarrerin Karola Schürrle übernommen. Als die Krippenfreunde schon im November mit dem Aufbau der Kirchenkrippe begannen, war es Stadtpfarrer Hetzel eher unbewusst entfahren: „Ja, ist schon wieder Weihnachten!“ Für viele vergehe die Zeit viel zu schnell. Hetzel dankte den Krippenfreunden, die in der Stadtpfarrkirche die größte Krippe in Herzogenaurach aufstellen würden.

Im Lesungstext aus dem Lukasevangelium wird beschrieben, wie das Jesuskind in eine Krippe gelegt wurde, da in der Herberge kein Platz wer.

Für Hetzel war die Krippe aus Flechtwerk der erhöhte Futterplatz, aus dem die Tiere fressen konnten. Die uns bekannte Weihnachtskrippe kommt von diesem Futtertrog her, in den das Jesuskind gelegt wurde. Ein Futtertrog ist für die Tiere eine Kraftquelle, ohne die es kein Leben gibt. Mit den Worten „Gott will mit diesem Kind sagen, ich will für euch die Kraftquelle, die Lebensquelle und ein Lebensbegleiter auf Augenhöhe sein“, beendete Hetzel seine Ausführungen.

Während der Andacht segnete der Pfarrer sowohl den großen Adventskranz in der Stadtpfarrkirche, aber auch die mitgebrachten Kränze der Gläubigen.

Eine Krippe zu gewinnen

In der Krypta der Marienkapelle konnten sich die Besucher ein Bild von Krippen aus den Krippenbaukursen machen, ergänzt um Exemplare aus dem Besitz der Mitglieder des Vereins. Jede einzelne trägt eine eigene Vorstellung von der Gestaltung in sich, die durch die eigene Heimat geprägt ist. Dadurch konnte Ausstellungsorganisator Werner Heilmann auch in diesem Jahr ein breites Spektrum an fränkischen, alpenländischen, afrikanischen oder orientalischen Krippen für die Ausstellung zusammenstellen. Außerdem kann bei einer Verlosung eine Krippe gewonnen werden.

Der Vorsitzende der Krippenfreunde, Hans Schmitt, begrüßte die Interessierten und bedankte sich bei den Beteiligten für diese Feier. Sein Dank ging an die Helfer, die das ganze Jahr über viel Arbeit zu bewältigen hatten. Die Krippenbaukurse sind sehr begehrt, der Erwachsenenbaukurs ist bereits für das Jahr 2021 ausgebucht, für den Kinderkrippenbaukurs sind noch Plätze frei. „Wir wollen unser Wissen weitergeben“, sagt Schmitt.

Vier Jahre ausgebildet

Das sei besonders durch die drei Krippenbaumeister Karin Andree, Werner Heilmann und Joachim Grumann möglich. Diese hätten zu diesem Zweck eine vierjährige Ausbildung durchlaufen. Bei den Krippenbaukursen sei es üblich, zuerst die eigenen Vorstellungen zu präsentieren und dann in Absprache mit den Krippenbaumeistern die Krippe zu erstellen. „Schön, dass sich Menschen für die Krippenkultur begeistern“, so Schmitt.

Neu sind in diesem Jahr eine Laternenkrippe und eine Krippe mit Figuren aus dem Heiligen Land, die von den Krippenbaumeistern Karin Andree und Werner Heilmann für ein Vereinsmitglied angefertigt wurde.

Schmitt konnte außerdem von einem großen Interesse für die ausgestellten Krippen berichten, denn bereits vor der Eröffnung der Ausstellung sind zehn Sonderführungen von Schulklassen bei ihm vorbestellt worden, die außerhalb der regulären Öffnungszeiten angeboten werden. Auch die Resonanz für die Ausstellung in der Fachklinik von Herzogenaurach ist sehr gut.

Bürgermeister German Hacker würdigte bei der Eröffnung die Arbeit der Krippenfreunde und ihre Liebe zum Detail. Die Ausstellung zeige die Kreativität der Herzogenauracher Bürger. Er übergab eine Spende, genauso wie Alban Spägele für die Kirchenverwaltung und Ille Prockl-Pfeiffer für den Frauenbund.