4. Krippenbautag 1
Am ersten Tag geht es munter voran. Wir werden von unserem Betreuer Achim an die eigentliche Krippe herangeführt.

Dabei müssen wir uns erste einmal für den Krippenstil entscheiden. Als Alternativen kommen orientalisch mit oder ohne Gebäude, fränkisch oder alpenländisch in Frage. Nach kurzer Überlegung entscheide ich mich für alpenländisch. Zuerst müssen wir uns die Dimensionen genau überlegen. Es soll ja alles zu den Figuren passen, wohlproportioniert sein und auf der Platte eine ansprechende Formation bilden.
Das Gebäude machen wir nicht, wie ich dachte, aus Holzplatten, sondern aus Hartschaumplatten. Wir arbeiten mit Leim(-wasser) und wegen der besseren Stabilität werden auch noch einige wenige Schrauben verwendet.
Der Stall wird möglichst offen gestaltet, damit die heilige Familie gut gesehen werden kann. Wir setzen noch ein paar alte Mauerreste aus Gips in die Wand, schneiden Fenster aus, damit ein Lichtschein nach außen dringen kann.
Der Dachstuhl ist eine Sache für sich. Das erste Mal realisiere ich, wie das handwerklich gemacht wird. Wir schneiden uns aus Holzbrettern stärkere Tragwerksbalken, Stützen und Sparren. Die Sichtbalken bearbeiten wir mit einer Drahtbürste, damit sie nach einem späteren Anstrich alt und verwittert wahrgenommen werden. Zuerst werden die Tragebalken am Boden miteinander verbunden; dies geschieht entweder mit Heißkleber oder mit Holzleim. Danach kommen die Stützen und die anderen Balken werden mit Klammern bis zum festen Verbund zusammengehalten. Der Stall soll zwar alt aussehen, aber nicht total windschief daherkommen. Also dauert das alles ziemlich lange.
Die Anzahl der Dachsparren muss auch noch ermittelt werden und dann geht es ans heraussägen. Ich suche mir ein entsprechend dickes Brett, aus dem ich eine ordentliche Anzahl Sparren herausbekomme. Die Dachsparren müssen korrekt eingekerbt werden, bevor sie auf die Pfetten geleimt werden können.
Achim schaut öfters vorbei, gibt immer wieder Hinweise und regt die Realisierung eigener Ideen und handwerklicher Fähigkeiten an. So kommen Maximilian und ich gut voran und fühlen uns nicht über, sondern nur gefordert. Der Umgang mit den unterschiedlichen Holzmaterialien und Maschinen und Geräte fällt von Stunde zu Stunde leichter.
Am Ende des ersten Tages heißt es dann für alle: Werkstatt aufräumen. Das gehört zu den Routinen.

Abbildung 1: Stallrohbau

Für den ersten Tag sind wir gut voran vorangekommen und so kann ich gleich zum Ende des ersten Tages das Erreichte im Familienchat posten.
Ich bin schon gespannt, wie weit ich am nächsten Tag kommen werde.