5. Krippenbautag 2
Heute steht die Vollendung des Dachstuhles an. Ganz erstaunlich, wie viel Material dabei verbraucht wird.


Jeder Sparren muss sorgfältig ausgerichtet, in der Länge korrekt eingepasst und dann fest geleimt werden. Das dauert ganz schön lange, denn ich kann immer nur zwei Balken gleichzeitig fixieren. Auch der Dachüberstand will richtig gebaut sein. Das bedeutet, dass noch einige Balken mehr eingezogen werden müssen, auch deshalb, weil die Bretterverschalung Haltepunkte benötigt.

Für diese hier gilt ebenfalls, dass die Bretter alt und dass alles morbide aussehen soll. Also heißt es Bretter ausbrechen, mit der Stahlbürste bearbeiten und nach und nach ankleben. Es ist ganz erstaunlich, wie lange es dauert, dünne, in den Größenverhältnissen passende Bretter auszuschneiden, zu bearbeiten und an schlecht zugänglichen Stellen zu befestigen.

Richtfest

Richtfest

„Und es kann ruhig mal etwas schief aussehen.“ Da hast du etwas Wahres gesagt, Achim, und auf einmal fällt es mir gar nicht mehr so schwer, einmal Fünfe gerade sein zu lassen.
Als ich auf der einen Seite meines Daches ganz fertig bin, wird auch noch Richtfest gefeiert. Als Betreuer spricht Achim den Richtspruch und mir wird von allen Kursteilnehmern gratuliert. Ich finde, das ist ein sehr hübscher Brauch und stärkt den Zusammenhalt bei allen.
Bevor der Dachstuhl fertig gestellt wird, muss noch der Boden des Heuschobers eingebaut werden. Jetzt ärgere ich mich, dass ich so viele Dachsparren angebracht habe. Ein paar weniger, und die Zugänglichkeit wäre erheblich besser gewesen. Es erweist sich als gut, dass die Balkenunterkonstruktion eng ausgelegt ist. E ist auch noch möglich, einen Heuabwurf mit einzubauen.
Am Ende dieses Tages habe ich gefühlt, hunderte „kleinste“ Bretter befestigt und bin froh, dass dieser Tag vorbei ist. Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen.

  krippenbautag 3  

Eine Woche später bin ich voller Eifer, um den Stall zu vollenden. Aber langsam kommen mir Zweifel am Zeitplan. Meine Wände sind noch Blau, der Dachstuhl ist zwar fertig, aber es fehlt noch die Lattung, … und meine Gelände für die Krippe besteht aus einer flachen Einöde. Alles wäre noch im Zeitplan, meint Achim.

Stall, fast fertig mit Dachstuhl und Verbretterung

Heute steht Farbe und Geländeformation auf dem Programm. Es geht darum, ein Gelände zu entwerfen, auf dem der Stall hervorgehoben steht. Es soll auch terrassenförmig sein, damit die Hirten und Schafe und auch noch ein paar Sträucher positioniert werden können. Also schneiden wir ein paar Holzlatten und dünnere Holzplatten aus, verleimen und verschrauben diese und gestalten damit ein Plateau. Und wir überlegen auch gleich, wo später kleine Kabel für elektrische Beleuchtung und Lagerfeuer notwendig sind. Da benötigen wir Durchbrüche bzw. Löcher in den Platten. Mit Hartschaumplatten gestalten wir verschiedene Niveaus und Hänge.

Geländegestaltung

Da wir ja ein alpenländisches Ensemble haben wollen, benötigen wir aber auch noch Felsen. Die Grundlage hierfür bilden dicken Kieferrinden. Also sägen wir die Rinden auf Länge und Breite, flachen sie auf der Rückseite und fixieren alles mit Holzleim. Die Hohlräume werden mit einer Mischung aus Faserwolle und Leimwasser ausgestopft. Das benötigt viel Zeit zwischen den einzelnen Arbeitsgängen, so dass ich mich dazwischen der Weitergestaltung des Stalls zuwenden kann

Bevor mit der Dachlattung begonnen werden kann, muss das gesamte Obergeschoss aus Holz erst einmal bemalt werden. Wir benutzen hierzu Farbpigmente und Leimwasser.
Wir lernen, dass zuerst mit den dunklen Farben gearbeitet und später die helleren Farben aufgebracht werden. Da zeigt sich, wie wichtig die Anweisungen der Krippenbauer sind. Damit der Boden als Heuschober auch richtig benutzt und staubig aussieht, soll er mit Grau bemalt werden. Die Außenbereiche werden dunkel gestaltet.

Und dann geht es auch wieder darum, die Lattung selbst aufzubringen. Dazu muss erst einmal die Länge der Dachschindeln festgelegt werden. Achim hilft hierbei und wir kommen auf eine Länge von ca. 4,5 cm, was bedeutet, dass ca. alle 2 cm eine Latte angebracht werden muss. Die Latten dürfen selbst nicht zu breit und stark werden. Also muss ich auf der Kreissäge sehr filigrane Stäbchen heraussägen und auf Länge bringen. Jetzt noch alles fein bemalen und dann nach und nach das Dach mit den Latten versehen.

Da zwischen den einzelnen Verleimungen immer wieder Zeit vergehen muss, gestalte ich meine Rindenfelsen weiter. Jetzt, wo sie fest mit den Platten verbunden sind, lassen sich Felsblöcke und -spitzen modellieren. Es darf nicht alles glatt wirken, also ruhig etwas tiefer einschneiden.
Auch eine Treppe zu Stall sollte noch dabei sein. Also werden hier ausgetretene Stellstufen angebracht und mit kleinen Holzpflocken fixiert.Und der Stall bekommt auch noch seinen Putz aus Krippenmörtel.
Und ich muss mich auch noch entscheiden, wie die Krippe beleuchtet werden soll. Ich entscheide mich für einen Trafo mit statischen und Flackerlicht für ein Lagerfeuer, und drei verschiedene Lampen.
Am Ende dieses Tages bin ich echt erstaunt, was in sechs Stunden konzentrierter und intensiver Arbeit erreicht werden kann. Ich kann jetzt schon die Geländeform erkennen, der Stall sieht schon fest fertig aus.