Krippenbautag 4

Heute geht es weiter mit der Landschaftsgestaltung und ich möchte auch das Dach fertigstellen. Ein hilfreicher Krippenbaukollege hat in der letzten Woche schon eifrig Holz gespalten, das ich zu Schindeln verarbeiten kann. Dazu sind diese sind in Länge und Breite anzupassen und müssen natürlich vor Verarbeitung lasiert werden, denn sonst würde man ja innen im Dach eine unbehandelte Fläche sehen. Dabei leisten mir Einmalhandschuhe noch bessere Dienste als letzte Woche.
Wichtig ist es, Schindeln nicht alle gleich aussehen zu lassen. In Realiter sind Holzschindeldächer ja auch handwerklich und nicht industriell mit Maßgenauigkeit gefertigt. Also muss Breite, Länge und auch die Fixierung auf dem Dach immer wieder variiert werden.

Ohne genau zu zählen, aber gefühlt lasiere, breche, kürze und leime ich viele Hundert Schindeln auf. Ab und zu muss auch mal eine Schindel schräg festgeleimt werden, als ob sie schon lange Wind und Wetter ausgesetzt ist. Es nimmt überhaupt kein Ende; und dann ist da noch die andere Seite des Daches. Warum habe ich keine orientalische Krippe gemacht? Dann hätte ich einfach eine Dachkuppel mit Krippenmörtel bestrichen und wäre fertig. Leichter Frust kommt auf.
Doch es gibt ja Abwechslung: Die lokale Presse schaut vorbei und möchte über die Arbeit berichten. Wir unterhalten uns über die Arbeit, die Gestaltung, es werden ein paar Bilder gemacht. Und so kommen wir auch noch in die Lokalen Zeitung beim Fränkischen Tag und den Nordbayerischen Nachrichten.

Aber auch bei der Arbeit gibt es unterschiedliches zu tun. Das Gelände muss gestaltet werden. Dazu werden zuerst die Bodenplatten mit Krippenmörtel sauber überzogen, so dass kein Holz und keine Hartschaumplatten mehr zu sehen sind. Und auch die Rindenfelsen werden schon mal mit Krippenmörtel auf Stein getrimmt. Bis das alles sauber erledigt ist und antrocknet, vergeht viel Zeit. Leider sehe ich zu spät, dass ich die Stellstufen für meine Treppe nicht angemalt habe. Also noch einmal ausbauen, Holz abschleifen, dunkel anstreichen, wieder einbauen und mit Krippenmörtel in das Gelände einpassen. Einmal kurz nicht aufgepasst und die Arbeitsschritte nicht genau eingehalten und schon ist man eine Stunde hinterher.

eute bin ich echt froh, als die Arbeitszeit vorbei ist und freue mich sogar auf das Aufräumen. Wahrscheinlich träume ich heute Nacht noch von Holzleim und einem Berg Schindeln.
 Krippenbautag 5
Die Felsen benötigen eine Menge Krippenmörtel und der muss auch noch trockenen. Daher legen wir unter der Woche einen Sondertag ein und gestalte das Gelände. Es geht darum, die Felsen möglichst naturnah aussehen zu lassen und soweit vorzubereiten, dass wir am nächsten Tag mit dem Bemahlen anfangen können.
Ein paar Felsblöcke kommen noch auf die Freiflächen, damit diese nicht so eintönig aussehen. Als Grundfarbe wird erst einmal alles bis auf das Holzdach komplett weiß gestaltet. Unter der Woche bearbeite ich aus einem Rundholz einen Wassertrog und einen Brunnen, der später vor dem Stall seinen Platz finden soll.
Krippenbautag 6
Heute geht es voran mit dem Dach. Ich muss die restlichen Schindeln aufleimen und auch den First richtig gestalten. An dieser Stelle müssen die Schindeln besonders dicht übereinander liegen, damit es bei Sturm nicht abgedeckt wird und nicht hineinregnet. Immer noch Schindeln, das Dach wird nie fertig. Warum habe ich nur so groß gebaut? Und dann muss ich auch noch Balken auf das Dach aufleimen, damit die Schindeln mit Steinen beschwert werden können. Das dauert alles, denn es muss natürlich alles auch noch mit Erdfarben gestrichen werden.
Dazwischen baue ich aus feinen Ästen und einer Astgabel das Geländer für den Eingang im Obergeschoss. Das muss ich ganz schön friemeln, aber am Ende steht die Befestigung zwar nicht ganz gerade, aber, wie würde Achim wohl sagen, mit morbidem Charme.
Und am Gelände muss ich noch die Farben aufbringen. Hier kommt es ganz deutlich auf die Reihenfolge der Farben an. Was mich ganz erstaunt ist, dass wir zuerst die Felsen noch einmal komplett schwarz bemalen müssen: Nur so können Spalten und Rinnen herausgearbeitet werden.
Die Farben werden aus verschiedenen Pulvern mit Leimwasser angerührt und nach und nach Schicht für Schicht aufgebracht.

Dazwischen elektrifiziere ich meine Krippe noch. Es müssen Löcher für das Lagerfeuer, die Kabel für die Innenbeleuchtung, den Heuboden und meine Petroleumlampe am Balkon gezogen werden. Jetzt sehe ich auch, wie wichtig die Hinweise von Achim zur Ausgestaltung der Decke mit löchrigem Boden und die Anordnung der Fenster waren. Damit kann man die Krippe von verschiedenen Seiten sehr heimelig aussehen lassen. Und es erweist sich auch als praktisch, dass das Dach abnehmbar ist. Das erleichtert das Arbeiten an filigranen Elementen doch sehr.
Zu allem Überfluss kommt Achim auch noch die Idee, dass das Gelände doch noch etwas aufwendiger gestaltet werden könnte. „Eine Wetterfichte wäre doch eine nette Idee“. Ich nehme den Hinweis mehr als Aufforderung, und mache mich an die Arbeit. Aus einem Holzstock und kleinen Zweigen beginne ich einen verwitterten Baum zu gestalten. Das dauert wieder, weil immer gewartet werden muss, bis jedes Ästchen fest angeleimt ist. Also wird die Fertigstellung des Baumes wohl erst nächste Woche in Angriff genommen. Und Fensterläden sollen noch an die Fester angebracht werden.

Heute geht ein extrem abwechslungsreicher Tag zu Ende. Und das Gesamtwerk sieht schon sehr vollständig aus.