von Dr. Berthold Düthorn, Kursteilnehmer Frühjahr 2018 und Mitwirkung von Maximilian

1.         Am Anfang steht die Idee

Die Tageszeitung hat meiner Frau Martina und mir haben wohl irgendwann Anfang des Jahres 2016 die Aktivitäten der Krippenfreunde näher gebracht.  Damit war das Interesse an einer eigenen Weihnachtskrippe geweckt.

Mein Vater hat vor Jahren eine große Krippe selbst gebaut und viele Figuren Selbst geschnitzt. Die Enkel waren immer mit leuchtenden Augen begeistert beim Aufbau dabei, wenn es darum ging, Hühner, Schafe, Hunde und natürlich die Heilige Familie mit dem Vieh zu positionieren.

Da mein Vater aber seine Krippe schon meinen Sohn versprochen hat, war der Weg des Ererbens einer Krippe schon verwehrt.

Und da ich die künstlerische Ader meines Vaters auch nicht geerbt habe, fällt Figuren schnitzen als alternativer Beitrag für eine gekaufte Weihnachtskrippe schon mal aus. Aber warum eine kaufen, wenn ich doch selbst eine bauen kann. Hatte ich nicht bei der Konstruktion der Krippe meines Vaters geholfen? Das muss doch wohl zu machen sein. Und ich könnte doch auch in den Krippenbaukurs gehen, da bekommen ich doch auch noch Hinweise und Hilfe. Aber halt, was wir in der Zeitung gelesen hatten, war ein Kinderkrippenbaukurs. Na ja, kein Problem, ich habe ja auch Kinder. Und so habe ich für meinen Sohn, der allerdings schon 26 Jahre alt war, und mich zwei Plätze beim Vater und Kind Krippenbaukurs 2018 reserviert.

2.         Der Einführungskurs

Im Laufe des Herbstes ruft mich ein Mitglied des Krippenbauvereins an, versichert sich, dass wir noch interessiert sind und lädt uns zu einer ersten Besprechung in Werkstatt in der alten Schule von Haundorf ein.

Also machen Maximilian und ich mich an einem Samstag auf. Die Werkstatt liegt im Keller und ist gar nicht so einfach zu finden. Aber diese erste Hürde meistern wir.

Zur Einführung sind wir nicht alleine, und es fällt auf, dass wir eine sehr gute Teilnehmer/Betreuer Relation haben. Ein erfahrener Krippenbauer betreut ein bis zwei Teilnehmer. Und die sind meist keine Neulinge, sondern bauen schon die zweite oder dritte Krippe. Und noch eine Überraschung gibt es für uns. Achim, unser ältester Freund aus Jugendzeiten und jetzt Krippenbaumeister, kümmert sich ums uns beide. Da kann ja nichts mehr schiefgehen.

Wir erhalten noch Empfehlungen zur Größe von Aufbauplatten und Figuren und die mögliche Gestaltung von Krippen, bevor wie uns auf den Heimweg machen.

3.         Die Vorbereitung

Ich folge den Vorschlägen aus dem Vorbereitungstreffen. In Bad Tölz am Marktplatz finde ich zufällig ein Geschäft, das eine große Auswahl von Krippenfiguren anbietet. Ich entscheide mich für ein 12er Größe, unbehandelt und geschnitzt aus Lindenholz. Diese Art der Figuren sind mir gut vertraut, weil auch die väterliche Krippe unbemalte Figuren hat. Die Heilige Familie und zwei Tiere sind mein Anfang. Ich kann später noch zukaufen, oder vielleicht auch ein paar Figuren von der Krippe meines Vaters „adoptieren“.

Für die Aufbauplatte entscheide ich mich für ein robuste Variante, 16 mm wasserfest verleimte Multiplexplatte der Größe 60 x 90 cm: Der goldene Schnitt soll ja gewahrt bleiben. Diese Entscheidung werde ich später noch bedauern, weil ich bei meinem äußerst robusten Planung vergessen habe, dass die Krippe ja auch noch bewegt werden muss und Gewicht durchaus eine Rolle spielt.

Bevor wir zum ersten Krippenbautag aufbrechen, habe ich mir auf Backpapier auch eine erste Skizze zur räumlichen Aufteilung aufgezeichnet.