Gut besucht war auch in diesem Jahr am ersten Adventssamstag die Eröffnung der Krippensaison der Krippenfreunde in der Krypta der Marienkapelle und in der Stadtpfarrkirche St. Maria Magdalena von Herzogenaurach. Außerdem konnten die Krippenfreunde Herzogenaurach auf 25 Jahre Krippenausstellungen zurückblicken.

Den geistlichen Part in der Krypta hatten Stadtpfarrer Helmut Hetzel für die katholische Stadtpfarrei und Pfarrerin Karola Schürrle für die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde übernommen.

Die Ausstellungskonzeption lag in den Händen von Werner Heilmann, der die elf Krippen des diesjährigen Krippenbaukurses mit einigen schon länger vorhandenen Stücken kombinierte, so der 1. Vorsitzende der Krippenfreunde, Hans Schmitt, in seiner Begrüßung. Die Krippenausstellung werde zwei Wochenenden in der Krypta der Marienkapelle und am dritten Adventswochenende in der Fachklinik in der Reuth zu sehen sein. Dafür müsse ein großer Aufwand betrieben werden, aber die Akzeptanz durch die Besucher rechtfertige diese Arbeit. Ein Zeichen für die Faszination, die Krippen auf die Menschen ausüben, sei es auch, daß der Krippenbaukurs für die nächsten zwei Jahre schon ausgebucht sei.

Für Herzogenaurachs Bürgermeister Dr. German Hacker war klar: „Es ist Weihnachten, wenn man Krippen sieht!“ Er würdigten den mutigen Schritt der Krippenfreunde zum Bau des Krippenhauses am Welkenbacher Kirchweg, das ohne einen Cent Schulden errichtet werden konnte. Zur Würdigung der Arbeit hatte er einen Scheck dabei, ebenso stellvertretender Landrat Christian Pech. Auch Stadtpfarrer Helmut Hetzel überreichte, im Namen von Kirchenpfleger Alban Spägele, einen Scheck.

In unserer heutigen, digitalen Welt sei es wichtig, etwas „begreifen“ zu können, wie die Krippen und ihre Figuren, so Hetzel. In jeder Krippe stecke ein Teil der eigenen Persönlichkeit, was sich in der Form ausdrücke. Genauso wie das vermittelte religiöse Gefühl. „Alle leisten Großartiges, die Krippen bauen!“, so Hetzel, damit war sein Dank für den Aufbau und den Unterhalt der Kirchenkrippe verbunden. „Macht weiter, laßt euch nicht unterkriegen!“, so Hetzel. Er forderte alle dazu auf, „Das menschliche in unserer Welt sichtbar zu machen!“ Im Anschluß daran segnete er gemeinsam mit Pfarrerin Schürrle die Krippen in der Ausstellung.

Im anschließenden Gottesdienst zum 25-jährigen Jubiläum der Krippenfreunde wurden sowohl der große Adventskranz in der Stadtpfarrkirche, aber auch die mitgebrachten Kränze der Gläubigen gesegnet.

Beim Ehrungsabend im Pfarrzentrum blickte Hans Schmitt auf die vergangenen 25 Jahre zurück. Erstmals konnten die Herzogenauracher eine Krippenausstellung am 28. November 1992 im Anwesen Steinweg 5 bewundern, das vom Heimatverein genutzt wird. Was damals als einmaliger Versuch gedacht war, fände nun seine 25. Fortsetzung. Denn: „Nur eine Ausstellung im Jahr, das war zu wenig Arbeit!“, deshalb übernahmen die Krippenfreunde die Pflege der Kirchenkrippe als Aufgabe, 1998 kam das Krippenmuseum am Welkenbacher Kirchweg für 13 Jahren dazu. Seit dem Abriß der Gebäude seien die Krippenfreunde auf Herbergssuche. 2001 konnte die Werkstatt in Haundorf bezogen werden, wo jeden Montag ein Treffen stattfindet. Da die Zahl der Engagierten ständig zunahm wurde 2002 der eigenständige Verein gegründet. Zum Leidwesen der Krippenfreunde finden sich alle Bestände im gesamten Stadtgebiet verteilt. 2016 wurde das Krippenhaus am Welkenbacher Kirchweg erstellt, sodaß die Bestände nun allmählich zusammengeführt werden können.

Die Ehrungen für die Gründungsmitglieder konnte Stadtpfarrer Helmut Hetzel vornehmen, er wolle keine große Laudatio halten obwohl sie es verdient hätten. „Man muß die Leidenschaft haben und sie weitergeben, nicht für sich behalten.“, so Hetzel. Besonders Karin Andree bestätigte ihm, daß sie die Verbindung von Kreativität und Religiosität bei den Krippen begeistern würden. „Ihr baut nicht Krippen, ihr lebt sie!“, so Hetzel, durch Lukasch und Andree sei Herzogenaurach ein Teil der Fränkischen Krippenlandschaft geworden.

Die Gründungsmitglieder Manfred Lukasch und Karin Andree wurden, passend für einen Krippenliebhaber, mit einer kleinen Krippendarstellung beschenkt, genauso wie Christa Lukasch, die nicht nur die Kasse im neugegründeten Verein verwaltete, sondern auch ihrem Mann Manfred den Rücken für seine Vorstandstätigkeit freigehalten hatte.

Für die musikalische Umrahmung des Ehrungsabends zeichnete Sophia Götz an der Harfe mit ruhigen und besinnlichen Stücken von Stefanie Bieber verantwortlich.

Dr. Manfred Welker