Fotos : Jürgen Jansen

Es ist eine Notlösung der Herzogenauracher Krippenweg: Denn coronabedingt kann auch in diesem, wie im vergangenen Jahr, die Krippenausstellung in der Krypta der Marienkapelle nicht stattfinden. Aber vielleicht, meint der 2. Vorsitzende der Krippenfreunde Herzogenaurach Werner Heilmann, sehen jetzt viel mehr Menschen die Krippen, die in den Schaufenstern der Herzogenauracher Innenstadt ausgestellt sind.

Pünktlich zum ersten Adventssonntag hatten die Krippenfreunde die größte Krippe in der Stadtpfarrkirche St. Magdalena aufgebaut. 1993 übernahm die damalige Arbeitsgruppe „Krippenfreunde“ des Herzogenauracher Heimatvereins die Restaurierung der Krippe, die in den Jahren 1920 bis 1930 gebaut wurde. Acht Szenen der Weihnachtsgeschichte werden dort dargestellt, angefangen von der Verkündigung des Herrn bis zur Hochzeit von Kana. Jedes Jahr wird sie von den Mitgliedern des Vereins neu gestaltet. Sie ist eine der 13 Krippen, die in diesem Jahr ausgestellt werden und dem 130 Mitglieder zählenden Verein gehören. In der übrigen Zeit des Jahres lagern die Krippen in einem 2019 erstellten Gebäude in Welkenbach.

Zentrales Thema der meisten Krippen ist die Geburt Jesu in dem Stall in Bethlehem. Da kann man bei Ringfoto Müller eine von christlichen Palästinensern aus Olivenholz geschnitzte Krippe mit Spielwerk bewundern. Es ist eine der wenigen Krippen, die nicht in der Krippenbauwerkstatt der Krippenfreunde in der alten Schule in Haundorf entstanden. Unter der Leitung der erfahrenen Krippenbaumeister Joachim Grumann und Werner Heilmann und der Krippenbaumeisterin Karin Andree finden dort regelmäßig Krippenbaukurse statt. Für Kinder im Alter von zehn bis 15 Jahren kostenlos, für Erwachsene kostenpflichtig. Momentan können diese allerdings, coronabedingt, nicht abgehalten werden.

Der Fantasie sind bei der Gestaltung der Krippen keine Grenzen gesetzt. Es gibt zwar Vorlagen, wie der 1. Vorstand Hans Schmitt anmerkte, aber die Meisten haben eigene Vorstellungen und Entwürfe. Das betrifft sowohl den Stil, das Material als auch die Ausführung. Manfred Winkelmann entschied sich für eine „Alpenländische Schnee-Krippe“. Der gerade anwesende Dekorateur bei Männermoden Horbaschek gestaltete die passende Umgebung. Ebenfalls eine Alpenländische Krippe von Rosemarie Gabriel ist bei der Tourist-Information ausgestellt. Sie ist ein Geschenk der Partnerstadt Wolfsberg. Wurzeln als Behausung sind beliebte Materialien, wie etwa bei den Krippen von Klaus Bleimüller, Günter Fischer und Heilmann. Ein völlig anderes Motiv haben sich Christian und Mirjam Singer ausgesucht. Der Alltag auf einem Fränkischen Bauernhof wurde von ihnen gestaltet. Noch weiter entfernt im Stil hat sich Karin Andree mit ihren orientalischen Krippen mit Szenen aus dem Alltag im Orient. Ebenso wie ihre „Herbergssuche“, ausgestellt bei der Sonnen-Apotheke. Sie hat diese bei ihrer Ausbildung als Krippenbaumeisterin in Klüsserath gefertigt. Neben den Krippen der Krippenfreunde sind noch drei weitere Objekte zu besichtigen. So etwa bei Betten Welker „Das Alte Zengerhaus“, Steggasse 15, gebaut von Fritz Maier aus Beutelsdorf.

Die Krippenfreunde hoffen, dass sie im nächsten Jahr wieder ihre Krippenausstellung stattfinden lassen können.